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<title>Richard Runck</title>
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<p><b>Richard August Runck</b> (* <a href="29._April" title="29. April">29. April</a> <a href="1868" title="1868">1868</a> in <a href="Hermersberg" title="Hermersberg">Hermersberg</a>; † <a href="9._Februar" title="9. Februar">9. Februar</a> <a href="1922" title="1922">1922</a> in <a href="Rhodt_unter_Rietburg" title="Rhodt unter Rietburg">Rhodt</a>), Führer eines deutschen Freiwilligen-Korps im <a href="Zweiter_Burenkrieg" title="Zweiter Burenkrieg">Burenkrieg</a>, Distriktschef<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (einem Bezirksamtmann oder Landrat gleichgestellt) in <a href="Warmbad_(Namibia)" title="Warmbad (Namibia)">Warmbad</a>, <a href="Deutsch-S%C3%BCdwestafrika" title="Deutsch-Südwestafrika">Deutsch-Südwestafrika</a>, heute <a href="Namibia" title="Namibia">Namibia</a>, Hauptmann im <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Richard Runck wurde als Sohn des protestantischen Pfarrers Heinrich Wilhelm Justus Runck (1833–1899, aus <a href="N%C3%BCnschweiler" title="Nünschweiler">Nünschweiler</a> stammend) in Hermersberg, Westpfalz geboren und wuchs bis 1880 in <a href="Homburg" title="Homburg">Homburg</a>, danach in <a href="Rechtenbach_(Schweigen-Rechtenbach)" title="Rechtenbach (Schweigen-Rechtenbach)">Rechtenbach</a> auf. Ab 1886 lebte Richard mit seiner Familie in <a href="Rhodt_unter_Rietburg" title="Rhodt unter Rietburg">Rhodt</a>. Er zeigte musische und künstlerische Begabung. Sein Vater schrieb heimatgeschichtliche Bücher und sein Onkel Jakob Serr erlangte als Heimatmaler in <a href="Rhodt_unter_Rietburg" title="Rhodt unter Rietburg">Rhodt</a> Berühmtheit. Richard Runck war ein Abenteurer und vollendete nach der Schule nicht einmal seine Studien. Noch vor dem Staatsexamen riss er aus nach Nordafrika, wo er u.&nbsp;a. in <a href="Kairo" title="Kairo">Kairo</a> eine völlig andere Welt kennenlernte. Darüber schrieb er auch später. Anschließend ging er nach <a href="Transvaal" title="Transvaal">Transvaal</a> in Südafrika. Hier wurde er <a href="Safari" title="Safari">Großwildjäger</a>, diente bei der Polizeitruppe und nahm freiwillig am Kampf gegen Einheimische teil. Als der <a href="Zweiter_Burenkrieg" title="Zweiter Burenkrieg">Zweite Burenkrieg</a> ausbrach, meldete er sich ebenfalls freiwillig, das Land gegen die Briten zu verteidigen. In seinen Erinnerungen „Aus dem Freiheitskampf der Buren“ berichtet Runck: „Auch mich riß das Kriegsgetümmel aus meinem friedlichen Wirkungskreise im Pienaars-Revier. Ich nahm Abschied von meinen Freunden und zog hinaus, begleitet von deren aufrichtigen Wünschen auf fröhliche, gesunde Wiederkehr.“ Der Pfälzer diente zuerst als Feldkornett der deutschen Kommando-Gruppe <a href="Pretoria" title="Pretoria">Pretoria</a>, überflügelte jedoch schon bald den Kommandanten Paul Krantz, der die Popularität Runcks fürchtete. Er sorgte für seine Ablösung und Richard Runck sammelte schließlich selbst Männer um sich und führte ein eigenes deutsches Korps. Bei <a href="Johannesburg" title="Johannesburg">Johannesburg</a> geriet er im Sommer 1900 in britische Kriegsgefangenschaft und wurde in ein Lager nach <a href="Sri_Lanka" title="Sri Lanka">Ceylon</a> verlegt. Auch darüber berichtet Runck in seinen Erinnerungen, es sei ihm dort „dreckig“ gegangen, Misshandlungen und Hunger waren an der Tagesordnung. Die illustrierte Sonntagsbeilage „Zeitbilder“, der „Pfälzer Presse“, <a href="Kaiserslautern" title="Kaiserslautern">Kaiserslautern</a>, meldete in ihrer Ausgabe Nr. 33 vom 18. August 1900, dass Richard Runck vor „einigen Wochen in einem Gefechte vor Johannesburg“ mit vier seiner Männer in englische Gefangenschaft geriet, aber laut eigenhändiger Kartenmitteilung an seine Familie wohlauf sei. Beigefügt ist das hier eingestellte Foto in Zivilkleidern, das offenbar – ebenso wie die Information – von den in der <a href="Pfalz_(Region)" title="Pfalz (Region)">Pfalz</a> lebenden Familie stammte.
</p><p>
Nach Ende des Burenkrieges wurde Runck entlassen und kehrte nach Deutschland zurück. 1902 schrieb er in <a href="Rhodt_unter_Rietburg" title="Rhodt unter Rietburg">Rhodt</a>, wo der gerade verstorbene Vater zuletzt als prot. Pfarrer amtiert hatte, sein Erinnerungs-Buch <i>„Aus dem Freiheitskampf der Buren – Die deutschen Corps“</i>. Dieses Buch stellte der Abenteurer offenbar auch selbst in der näheren Heimat vor. In der <a href="Gr%C3%BCnstadt" title="Grünstadt">Grünstadter</a> Zeitung vom 9. Dezember 1903 heißt es diesbezüglich: </p><div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„<i>Der <a href="Altertumsverein_Gr%C3%BCnstadt" title="Altertumsverein Grünstadt">hiesige Altertumsverein</a> hat in sein Programm auch geschichtliche Vorträge aufgenommen. Am nächsten Sonntag wird Herr Richard Runck, ehemaliger Commandant im Heer der südafrikanischen Republik, Führer des deutschen Corps, ein geborener Pfälzer, im Saale der Jacobslust einen Vortrag über den Freiheitskampf der Buren halten. Noch sind jene Monate uns allen in bester Erinnerung, in denen mit höchster Spannung die wechselnden Nachrichten vom Kriegsschauplatz erwartet wurden. Herr Runck hat sich durch ein vortreffliches Werk über den Burenkrieg rühmlich bekannt gemacht. Er ist der Sohn des verlebten Pfarrers Runck, in Rhodt bei Edenkoben.</i>“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Notiz, Grünstadter Zeitung vom 9. Dezember 1903</span></div></div>
<p>Beim <a href="Aufstand_der_Herero_und_Nama" class="mw-redirect" title="Aufstand der Herero und Nama">Hereroaufstand</a> ging Richard Runck wieder nach Afrika zurück. Am 4. Dezember 1904 wurde er unweit Naris von Speeren schwer verwundet. Als Anerkennung für seinen Einsatz bei der Niederwerfung des Aufstandes avancierte der Pfälzer zum Distriktschef (=Landrat) von Warmbad, in der <a href="Deutsche_Kolonien" title="Deutsche Kolonien">Kolonie</a> <a href="Deutsch-S%C3%BCdwestafrika" title="Deutsch-Südwestafrika">Deutsch-Südwestafrika</a>, (heute <a href="Namibia" title="Namibia">Namibia</a>). Hier heiratete er, war ein erfolgreicher Viehzüchter und angesehener Richter. 1914 fuhr er mit seiner Frau erstmals in die Heimat, um sie dort vorzustellen. Sie kamen gerade an, als die Mobilmachung zum <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> verkündet wurde und Richard Runck musste sofort einrücken. Bei <a href="Ypern" title="Ypern">Ypern</a> abermals schwer verwundet, erhielt er am 30. Juli 1918 bei <a href="Soissons" title="Soissons">Soissons</a>, als Hauptmann, für seine Tapferkeit, eine Belobigung vom kommandierenden General. Kurz vor Kriegsende geriet Richard Runck in französische Gefangenschaft, die sich 1½ Jahre hinzog und bleibende körperliche Schäden verursachte. Als letzter Soldat des Dorfes Rhodt kehrte er schwer krank zurück und starb schon bald, erst 54 Jahre alt. Sein Bruder Heinrich Runck war Oberamtsrichter in <a href="Oettingen_in_Bayern" title="Oettingen in Bayern">Öttingen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Bericht über Gefangennahme (mit Lebenslauf und Foto) in: „Zeitbilder“, Sonntagsbeilage der „Pfälzer Presse“, <a href="Kaiserslautern" title="Kaiserslautern">Kaiserslautern</a>, Nr. 33 vom 18. August 1900</li>
<li>Viktor Carl: <i>Lexikon Pfälzer Persönlichkeiten</i>. Hennig Verlag, Edenkoben. 1998. S. 588</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.samilitaryhistory.org/vol022ng.html">Englische Webseite der „South African Military History Society“</a> Die Seite behandelt die deutschen Korps im Burenkrieg; Richard Runck ist im Abschnitt „Unity of the Germans threatened“ mehrfach erwähnt.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Richard_Runck?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Richard Runck</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Johann_Wolfgang_Goethe-Universit%C3%A4t_Frankfurt_am_Main" title="Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main">Universität Frankfurt</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/Bildprojekt/Lexikon/php/suche_db.php?suchname=Distrikte"><i>Erklärung Distriktschef.</i></a> In: Deutsches Kolonial-Lexikon (1920)</span>
</li>
</ol>
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